DBMM Schlachtbericht - Jensinions Early Byzantine vs Rainers Italian Ostrogothic, 31.03.22

Bilder eurer Figuren und Geländestücke sowie spannende Schlachtberichte
Antworten
Benutzeravatar
Jensinion
Vereinsmitglied
Beiträge: 537
Registriert: Mo 22. Okt 2018, 18:13
Spielsysteme: DBMM, DBA, Age of Hannibal, Strength & Honour, Lost Battles, Lion Rampant, Eagles of Empire, Warcry, By Fire and Sword (in Vorbereitung), Shakos & Bayonets (in Vorbereitung), Scouts Out! (in Vorbereitung)
Wohnort: Frankfurt am Main
Kontaktdaten:

DBMM Schlachtbericht - Jensinions Early Byzantine vs Rainers Italian Ostrogothic, 31.03.22

Beitrag von Jensinion » Sa 2. Apr 2022, 23:27

Am 31.03.2022 trafen meine frühen Byzantiner erneut auf Rainers italienische Ostgoten. Es war zugleich die Runde 2 der mit einer Armeegröße von 240 Punkten ausgetragenen DBMM-Minikampagne "Kampf um Rom". In der ersten Schlacht hatten die Byzantiner noch den Kürzeren gezogen, aber inzwischen schreiben wir das Jahr 540 n. Chr. und die Würfel werden, im wahrsten Sinne des Wortes, neu geworfen... Es war dieses Mal eine vergleichsweise kurze Schlacht, die nur fünf Runden (mit jeweils zwei Spielzügen) dauerte. Laut Regelwerk symbolisieren zwei Spielzüge ca. 20 Minuten in Echtzeit, so dass diese Schlacht in Realität nur etwas mehr als eineinhalb Stunden gedauert hätte. An ihrem Ende, soviel sei vorweggenommen, haben die Byzantiner einen totalen Sieg über die Ostgoten erringen können. :aufsmaul




Battlereport_Early_Byzantine_vs_Italian_Ostrogothic_2_01.jpg
(1) Die Byzantiner waren die Angreifer und wählten die (laut Armeeliste obligatorische) Straße sowie zwei kleine, mit Buschwerk bewachsene Hügel, von denen einer wunschgemäß in der eigenen Aufstellungszone gelegt werden konnte, während der zweite in derjenigen der Ostgoten landete und deshalb ganz weit außen gelegt wurde, damit die Ostgoten keinen Nutzen daraus ziehen können. Die Ostgoten waren die Verteidiger. Sie nutzten ihr maximales Limit für die Anzahl an Geländestücken nicht vollständig aus, sondern beschränkten sich auf einen kleinen, mit Buschwerk bewachsenen Hügel, der nicht wunschgemäß in der eigenen Aufmarschzone, sondern ebenfalls in der byzantinischen Aufmarschzone gelegt werden musste. Zwei kleine unbewachsene, leichte Hügel, die ebenfalls in der byzantinischen Zone hätten gelegt werden müssen, konnten aus Platzgründen nicht gelegt werden. Das Schlachtfeld war insofern auf der ostgotischen Seite mehr oder weniger komplett geländefrei, was den Verlauf der Schlacht entscheidend beeinflussen sollte.

Obwohl die Byzantiner die Angreifer waren, mussten sie ihre Armee, die ganz überwiegend aus regulären Truppen bestand, dennoch zuerst aufstellen. Sie positionierten ihre drei Kommandos nebeneinander, über praktisch die gesamte Breite ihres Aufstellungsgebiets verteilt: Der linke Flügel, Kommando 1, enthielt die Kavallarioi (LH (S)) sowie eine kleine Abteilung Bogenschützen (Bw (I)), welche auf dem linken der beiden kleinen Hügel Aufstellung nahm. Das zentrale Kommando 2 stand ein wenig nach hinten versetzt; es beinhaltete die Hauptkämpfer der Byzantiner, die elitären Boukellarioi (Cv (S)) sowie, ihnen vorangestellt, ebenfalls einige Kavallarioi. Das rechte Kommando 3 bestand überwiegend aus Fußtruppen: Die Skoutatoi (Bd (I)) und einige Psiloi (Ps (O) und (S)) bezogen auf dem Hügel Stellung, eine kleine Einheit berittener maurischer Symmachoi (LH (O)) nahm links vom Hügel Aufstellung.

Anschließend stellten die Ostgoten ihre Armee auf, die ebenfalls aus drei Kommandos bestand, aber ausschließlich irreguläre Truppen beinhaltete. Sie stellten ihre Armee recht schmal auf: Zwei Kommandos platzierten sich nebeneinander, wobei Kommando 1 mit den schweren, teilweise gepanzerten Reitern die gefährliche Hauptstreitmacht der Ostgoten enthielt, während Kommando 2 von einem burgundischen Alliierten gestellt wurde, der eine große Menge Fußtruppenkämpfer mitführte, begleitet von einigen Einheiten Kavallerie. Hinter den beiden vorderen Kommandos positionierten die Ostgoten ein kleineres Kommando als Reserve, das überwiegend aus leichter Reiterei, leichtbewaffneten Plänklern, aber auch ein paar wenigen Abteilungen schwerer Reiter bestand.

Angesichts dieser Konstellation war der Plan der byzantinischen Generalität simpel: Die Kavallarioi ganz links sollten der ostgotischen Armee mit einem weit ausgeholten Rechtsschwenk in die Flanke fallen. Bis dahin sollte das Zentrum ein Aufeinandertreffen hinauszögern, damit der Schlag gegen die ostgotische berittene Hauptstreitmacht konzertiert und effizient geführt werden würde. Der rechte Flügel sollte erst einmal nicht aktiv in den Kampf eingreifen, da die gegenüber positionierten burgundischen Fußkämpfer ein zu mächtiger Gegner für die zahlenmäßig unterlegene byzantinische Infanterie war. Demgemäß wurde Kommando 1 der höchste PIP-Würfel zugewiesen, Kommando 2 der mittlere und Kommando 3 der niedrigste.




Battlereport_Early_Byzantine_vs_Italian_Ostrogothic_2_02.jpg
(2) Die Byzantiner hatten den ersten Zug und eröffneten die Schlacht. Sie führten den Plan der Generalität vorbildlich aus, unterstützt von PIP-Würfeln in ausreichender Höhe: Die Kavallarioi links außen stürmten nach vorne, schwenkten nach rechts und nahmen ihre vorgesehene Angriffsposition in zwei benachbarten Linien ein. Die Bogenschützen aus demselben Kommando verließen den Hügel, um in Schussreichweite zu den ostgotischen Truppen zu gelangen. Während das Zentrum nur ganz leicht vorrückte sowie die Skoutatoi auf dem rechten Hügel ihre Stellung hielten - beides plangemäß -, wurden die Plänkler ganz rechts außen mutig (oder verwegen?) nach vorne geschickt, um die Ostgoten in ihrer Flanke zu bedrohen bzw. sie zumindest zu einer kostenintensiven Gegenaktion zu zwingen. Eine riskante Aktion, da die byzantinischen Plänkler es vermutlich mit der burgundischen Kavallerie zu tun bekommen würden, die auf der Außenposition der ostgotischen Armee positioniert war.

Die Ostgoten reagierten auf die Manöver der Byzantiner, indem sie die leichte Reiterei aus ihrem Reservekommando nach links (hier und im folgenden aus Blickrichtung der Byzantiner) abzogen, um sie gegen die Flankenbedrohung durch die byzantinischen Kavallarioi Aufstellung beziehen zu lassen. Auch einige schwere Reiter aus dem Kommando 1 wurden zu diesem Zweck abgezogen und positionierten sich mit Ausrichtung nach links. Der Rest des infolgedessen minimierten Kommandos 1 ritt direkt geradewegs nach vorne, auf das zentrale Kommando der Byzantiner zu. Die burgundischen Alliierten erwiesen sich als zuverlässig und konnten aktiviert werden. Die burgundischen Fußtruppen marschierten ebenfalls strikt nach vorne, auf die Skoutatoi der Byzantiner zu, während die burgundische Kavallerie den byzantinischen Plänkler entgegen geschickt wurde. Die Plänkler würden vermutlich nicht lange durchhalten - dennoch entwickelte sich alles plangemäß in den Augen der byzantinischen Generalität.




Battlereport_Early_Byzantine_vs_Italian_Ostrogothic_2_03.jpg
(3) In dieser Phase der Schlacht entbrannten heftige Kämpfe in der gesamten linken Schlachtfeldhälfte, nachdem die byzantinischen Verbände leichter Reiterei, die Kavallarioi, dort auf ganzer Linie attackierten. Die Verluste auf Seiten der Ostgoten summierten sich in beträchtliche Höhen, da es den byzantinischen Reitern gleich an mehreren Stellen gelang, die ostgotischen Reiter hart zu flankieren. Die byzantinischen Bogenschützen (blaues Oval) erwiesen sich demgegenüber als nicht ganz so erfolgreich, konnten einzelne ostgotische Reitereinheiten aber zumindest stellenweise zurückdrängen. Gegen die auf dem rechten Flügel stetig vorrückenden burgundischen Fußtruppen schickten die Byzantiner lediglich eine einzelne Abteilung maurischer Symmachoi, denen es tatsächlich gelang, eine Kolonne der Burgunder zurückzudrängen. Ganz rechts war die Situation für die byzantinischen Plänkler - wie leider zu erwarten war - überaus prekär: Sie wurden nach und nach von der burgundischen Kavallerie, die den Plänklern teilweise in den Rücken fallen konnte, dezimiert. Aber diese Scharmützel auf dem rechten Flügel waren nebensächlich - die Schlacht war zu diesem Zeitpunkt faktisch bereits entschieden, weil das Hauptkommando der Ostgoten mit seiner schweren, teilweise gepanzerten Reiterei bereits so stark dezimiert war, dass es kurz vorm Zusammenbruch stand - ohne dass für die Ostgoten Hoffnung auf eine erfolgreiche Gegenoffensive an anderer Stelle bestand. Und die byzantinische Elitereiterei, die Boukellarioi, hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal in die Kämpfe eingegriffen, sondern standen immer noch in Bereitschaft unweit ihrer Ausgangsposition (blaue Linie)!




Battlereport_Early_Byzantine_vs_Italian_Ostrogothic_2_04.jpg
(4) Die Endphase der Schlacht. Das Hauptkommando der Ostgoten mit der schweren Reiterei wurde von der byzantinischen leichten Reiterei fortdauernd attackiert, mit harten Flankierungen an vielen Stellen, und ist schließlich vollständig zusammengebrochen! Die Verbände wurden entweder an Ort und Stelle vernichtet oder mussten fliehen (wie mittig zu sehen). Ganz oben links setzten die Byzantiner ihre Kämpfe gegen Teile des ostgotischen Reservekommandos noch fort, das aber auch nach und nach dezimiert wurde. Der große Verband der ostgotischen Leichtbewaffneten, der bisher noch nicht an der Schlacht beteiligt war, setzte geschlossen zu einem großen Linksschwenk an, der aber zu spät kam. Auch die burgundischen Fußtruppenkämpfer rückten weiter vor und haben die auf dem Hügel positionierte byzantinische Infanterie sowie die beiden vereinzelten maurischen Symmachoi beinahe erreicht, aber auch dies erfolgte nicht mehr rechtzeitig genug, um einen Beitrag zum Ausgang dieser Schlacht zu leisten. Auch deshalb behielt die byzantinische Generalität an dieser Stelle einen kühlen Kopf und zog gar nicht erst in Erwägung, ihre Truppen noch woanders hin zu beordern. Ganz rechts wurden alle byzantinischen Plänkler ausgelöscht (blaues Oval), aber sie haben ihre Aufgabe, die Kavallerie des burgundischen Alliierten zu beschäftigen, bis zum Ende erfüllt. - Denn es war tatsächlich das Ende der Schlacht: Die Ostgoten waren ganze 2 ME vom Brechen ihrer Gesamtarmee entfernt und haben in dieser Situation aufgegeben, da die Byzantiner in der darauf folgenden Runde mehr als eine Chance gehabt hätten, ostgotische Truppen zu eliminieren.

Es war von Beginn an ein einseitiger Kampf - gegen die bewegliche byzantinische Reiterei waren die Ostgoten bei der vorliegenden Geländekonstellation recht chancenlos. Sie hatten Pech beim Legen des Geländes, haben ihre maximal erlaubte Geländemenge allerdings auch nicht voll ausgeschöpft, so dass sie ihre Chancen auf hilfreiches Gelände nicht ausreichend optimiert haben. Bei einem großen Areal schweren Geländes als Flankenschutz, z.B. einem Sumpf, auf mindestens einem der beiden Flügel der Ostgoten wäre die Schlacht gänzlich anders verlaufen. Bei der nächsten Begegnung, die natürlich wieder im Rahmen der DBMM-Minikampagne "Kampf um Rom" ausgefochten werden wird, werden die Byzantiner sicherlich nicht mehr so leichtes Spiel haben! :oops: In diesem Spiel war es ein totaler Vernichtungssieg von 25:0 VP, der auf Seiten der Byzantiner fast ausschließlich den hervorragenden Kavallarioi (LH (S)) zu verdanken war.

Benutzeravatar
additz
Vereinsmitglied
Beiträge: 745
Registriert: So 29. Apr 2018, 20:50
Spielsysteme: DBMM, Honours of War, Battlegroup
Wohnort: Darmstadt

Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Early Byzantine vs Rainers Italian Ostrogothic, 31.03.22

Beitrag von additz » So 3. Apr 2022, 19:59

Schöner Bericht :) - und eine herbe Niederlage für die Ostgoten ... :wall

Nach dem Motto "Hinterher sind wir immer schlauer" :ugeek: :
Kn(F) sind halt an- UND schwerfällig - sie tun sich naturgemäß gegen Massen von LH(S) schwer.

Wenn der Byzantiner genug PiP's hat, sollte er die Ostgoten austanzen können, sofern der Ostgote nicht eine super Ausgangsstellung hat. Ich hätte bei dem Gelände die Goten breiter aufgestellt ... und die Alliierten in die Mitte genommen ... und dann haben sie immer noch das Problem, dass die schnelleren LH(S) wenn sie keinen Fehler machen, den ersten Angriff haben ... ich glaube, es hatte schon seinen Grund, warum die Ostgoten soviele Bogenschützen hatten ...
(waren die Ostgoten nicht auch so in der ersten Schlacht aufgestellt?)

Ostgoten gegen Byzantiner ist in jedem Fall eine Herausforderung aber historisch!
Das ist natürlich reizvoll.

Gruß Axel
Sapere aude - :lesen - Wer nichts weiß, muss alles glauben! - Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst!

Benutzeravatar
Theodenatas
Beiträge: 184
Registriert: Di 9. Okt 2018, 08:23
Spielsysteme: DBMM, DBA, HoTT, SW Legion, Wild West Exodus, Dystopian Wars, SAGA, Konflikt '47/Bolt Action, Wolsung, Freebooters Fate, Frostgrave, Full Thrust, Alphastrike, Draculas America
Wohnort: Erlangen

Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Early Byzantine vs Rainers Italian Ostrogothic, 31.03.22

Beitrag von Theodenatas » Mi 6. Apr 2022, 14:48

Wow,
wieder ein toller Spielbericht und durch die Kampagneregeln herrlich lebendig.
Gerne mehr davon...

Gruss
Carlos :omfg:
May the Force be with you

Benutzeravatar
Jensinion
Vereinsmitglied
Beiträge: 537
Registriert: Mo 22. Okt 2018, 18:13
Spielsysteme: DBMM, DBA, Age of Hannibal, Strength & Honour, Lost Battles, Lion Rampant, Eagles of Empire, Warcry, By Fire and Sword (in Vorbereitung), Shakos & Bayonets (in Vorbereitung), Scouts Out! (in Vorbereitung)
Wohnort: Frankfurt am Main
Kontaktdaten:

Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Early Byzantine vs Rainers Italian Ostrogothic, 31.03.22

Beitrag von Jensinion » Mi 6. Apr 2022, 17:26

Danke euch beiden! :D

Die Kampagne wird voraussichtlich erst mal eine Weile pausieren, weil wir auch mal mit anderen Armeen spielen wollen ;) Sie wird aber garantiert im Laufe des Jahres fortgesetzt, denn wir wollen ja wissen, wer denn nun über Italien herrschen wird :up

Gruß
Jens

Benutzeravatar
additz
Vereinsmitglied
Beiträge: 745
Registriert: So 29. Apr 2018, 20:50
Spielsysteme: DBMM, Honours of War, Battlegroup
Wohnort: Darmstadt

Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Early Byzantine vs Rainers Italian Ostrogothic, 31.03.22

Beitrag von additz » Mi 6. Apr 2022, 21:37

Gib doch mal Bescheid, wenn Ihr wieder spielt ... ich würde gerne dabei sein.
Habe schon Ewigkeiten mehr ein Spiel auch nur gesehen ...

Gruß Axel
Sapere aude - :lesen - Wer nichts weiß, muss alles glauben! - Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst!

Antworten