Wetterauer Räuberkrieg 1405

Es sind einfach zu viele... ;)
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Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von zigoR » Sa 3. Nov 2018, 17:39

Ein weiterer Hirnfurz... Bierwurst macht mit :mrgreen:
Weiteres in Kürze
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Re: Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von zigoR » So 4. Nov 2018, 18:59

Die Idee ist es, mittels Regelwerk "Outremer: Faith and Blood" und/oder "Lion Rampant" und den Perry Rittern aus der Agincourt-Reihe ein paar Scharmützel mit lokal-geschichtlichem Hintergund zu spielen.

Eine Rolle dabei könnte unter anderem das "Schloss Hüttelngesäß" spielen. Dazu ein paar Infos: www.alleburgen.de

http://www.gudrunkauck.de/Ausflugtipps- ... saess.html

Anbei schonmal ein paar historische Fakten: von http://www.maler-kempf.de/wbk/L7.html
1405 ab 3. Februar bereitet König Ruprecht den Kriegszug in die Wetterau (und den Kahlgrund) vor.
Er fordert von der Stadt Frankfurt die Unterstützung wöchentlich „uff 100 Gleven“ (Verpflegung) 21 Fuder Wein, Brot und Futter. Ferner 32 Gleven zu Ross ( hier steht Gleve für eine Kampfeinheit um einen Glevener. 3 bis 5 Personen) und 200 Gewappnete mit möglichst vielen Schützen und ihre beiden größten „buszen“ (Geschütze) mit Schirmen, Pulver, Steinen (Kugel) und anderem „geczuge“.
Friedberg soll leisten: 40 Gewappnete und 20 Schützen mit ihren „seczedartschen“ (Feuerrohre) und ihre „groszen buszen“.
Das gleich verlangt er von Gelnhausen und Wetzlar.
Worms und Speyer sollten stellen, je 50 Gewappnete und 50 Schützen mit „setzdartschen“ und ihrer größten Büchse.
Am Valentini (14. Februar) soll „berannt“ werden.
1405 kommt es zur militärische Intervention des Königs Ruprecht von der Pfalz im vorderen Kahlgrund.
Der Anlass waren die schon erwähnten räuberischen Übergriffe des niederen Adels gegen Bürger und Geschäftspartner der umliegenden Städte. In einer Rechtfertigung des Königs wurde niedergeschrieben:
"item des quam myme herren dem kunige fur zijten große klage vor von des richs herren und auch des richs stedten und kauflutten von swaben von doringen von hessen und uß der wetteraue, dass yn yre kaufmannschafft und gut uß denselben sloßen in der wetterauwe mit namen ruckingen, hoeste, hudellngeseße, karben und waßerlose genommen wurden wer und etliche darin gefangen und gescheczt weren wurden und eisteils ermordet, und wart darumbe angeruffen und hermanet als romischer konig darzu czu dune. und darumbe so manete myn herren der konig von sin und des riches wegen die rynschen stedte und zoch vor die obgenanten sloße und gewan die und zerbrach sie auch von solicher reuberye morderye und ubeltat wegen, die czu von den obgenanten sloße geschehen waren, als auch er, daz er das von des richs wegen schuldig were zu dune und auch billig getan hat."

Der König befand sich bei der Aktion in einer zwiespältigen Situation.
Er stand unter dem Druck mehrerer Reichsstädte, die ihn aufforderten gegen die "Raubschlösser" vorzugehen (die ja auch als Gefängnisse der Geiseln dienten) und den Landfrieden wieder herzustellen. Die Stadt Worms hatte ihm 2000 Gulden geliehen und noch 500 fl. geschenkt, da auch sie es für notwendig erachtete. Hinzu kam, dass er noch immer um die Anerkennung weiterer Städte bemüht war (Aachen hatte ihn noch immer nicht als König anerkannt).
Demgegenüber musste er sich bewusst sein, dass die "Räuber" überwiegend Vasallen des Erzbischofs waren. So musste er seine Vorbereitungen in einer Form treffen, die den Erzbischof glauben ließen, dass er ihn in der Fehde mit dem Landgrafen von Hessen unterstützen wolle.

1405 am 17. Februar begann der Kriegszug mit Unterstützung der Städte Frankfurt, Friedberg, Gelnhausen u. a.. An diesem Tag nahmen sie die Wasserburgen Hoeste (Höchst, Stammburg derer von Buches bei Lindheim) und Rückingen. Auch Karben wurde zu Beginn gebrochen. Am 22. Februar kam der Kriegszug in den Kahlgrund. Hier ist anzumerken, dass man mehrere Objekte gleichzeitig anging.

Die Stadt Frankfurt hatte ihre zwei größten Kanonen mitgeschickt. Die größte hatte das beachtliche Gewicht von 70 Zentner und 70 Pfund (mehr als dreieinhalb Tonnen). Die Kanone hatte 1399 schon bei der Zerstörung von Burg Tannenberg an der Bergstraße gute Dienste geleistet.
(Diese Burg war ursprünglich Eigentum der mit dem Haus Kälberau verbundenen Familie von Jossa und gehörte 1405 Hamann Echter. Zuletzt war Hartmut von Kronberg als Burgherr auf Tannenberg eine Bedrohung für das ganze Umland). Allerdings hatte das Belagerungsheer vor Tannenberg einen besseren Kanonier anfordern müssen, da die Treffsicherheit von Geschützmeister Henne Becker unbefriedigend war.

Nun hatte Hermann von Rodenstein, der Landvogt der Wetterau, die Führung bei der Zerstörung von Burg Wasserlos. Gleichzeitig leitete Wambold von Umstadt die Zerstörung von Hüttelngesäß.
Eine sehr spannende und Interessante Geschichte wie ich finde :)

Würde mir ggf bei zeiten mal die Runie ansehen wollen, zufällig ist direkt enbenan eine Schnapsbrennerei :idea: :party


P.S. Ich brauche ein paar Büchsenschützen
https://www.perry-miniatures.com/produc ... 6823arg020
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Re: Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von Angbar » Mo 5. Nov 2018, 12:08

Eure Hirnfürze gefallen mir immer besser :bravo
Bin echt gespannt was da kommen mag.
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Re: Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von Tessarius » Di 27. Nov 2018, 23:51

Danke für disen Hirnfurz. Bin immer interessiert an geschichtlichen Fakten und unternehme so manche Wanderung an geschichtsträchtige Stätten, besonders im Heimatraum.

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Re: Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von zigoR » Di 19. Nov 2019, 08:51

Fußnote:

Ich habe gerade diese kleine Anekdote gefunden:
--> https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6cklerkrieg

Spielt zwar ein paar Jahre später (Perry 1450-1500), bietet aber ein ähnliches Szenario.
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Re: Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von additz » Di 19. Nov 2019, 10:29

Hallo,

ich bin jetzt schon auf die Umsetzung gespannt :P

Gruß Axel
:lesen - Wer nichts weiß, muss alles glauben! - Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst!

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Re: Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von zigoR » Di 19. Nov 2019, 12:15

Also, das Thema Wetterauer Räuberkrieg hab ich echt schon konkret im Hirn und Figuren daheim... Da es im Februar angesiedelt ist, wäre es für eine kleine winterplatte geeignet. Fokus liegt auf "Schloß" Hüttelngesäß, war ja echt nur ein wohnturm.

Idee wäre es mit der Perry Agincourt Reihe umzusetzen. Eger Ein sehr kleines Szenario mit Lion Rampant oder gar noch kleiner. Man könnte es so machen, dass die Belagerten einen Ausfall versuchen um die gerade ankommenden Belagerer nach bester Raubritter-Art zu überfallen... Habe schützen daheim und ne Kanone würde ich gerne selbst bauen. Besatzung ist vorhanden.


@Böcklerkrieg
Hierfür sind Figuren vorhanden, mamn bräuchte lediglich ein paar tolle Banner um dies darzustellen. Und eine Kanone / Bombard natürlich (gibt's ein tolles Modell von Perrys)
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Re: Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von zigoR » Di 19. Nov 2019, 12:18

Wenn mich die Lust packt, werde ich für die TACTICA eine zweite Mini-Präsentation machen. Eben das Schloss und 2-3 Einheiten, hab noch genug Figuren daheim.

Wäre dann 90x90 oder so.... Oder 70x70. Eher ne Diorama Platte
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Re: Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von zigoR » Di 24. Dez 2019, 14:37

War gestern auf Forschungsreise :-)

Echt winziig.. ca 7x7 Meter... Mauerdicke etwas über 1m.
Das Gebäude hat eine geringere Wanddstärke, vermutlich keine "militärische" Nutzung.



Notiz an mich:
Der Anführer der Burgschleifer wird "Wambold von Umstadt"
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Re: Wetterauer Räuberkrieg 1405

Beitrag von zigoR » Sa 11. Apr 2020, 11:50

:lesen
Die Ruine Hüttelngesäß:

Von Gestrüpp überwuchert, war die Ruine viele Jahre nahezu ver­gessen. Heimatforscher, pro­fessionelle Denkmalpfleger und Geowissenschaftler haben die Mauerreste ans Licht geholt und Aufschlüsse über die einstige Gestalt der kleinen Festung im Vorspessart gewonnen. Wer heute die ver­gleichsweise unscheinbaren Mauerreste an der Landstraße zwischen den bayeri­schen Gemeinden Michelbach und Nieder­steinbach betrachtet, kommt kaum auf die Idee, daß dieser Ort einst die große Politik beschäftigte.

Im Jahre 1219 wird „Hittengeseze“ erstmals urkundlich ge­nannt als Eigentum des Klosters Seligenstadt. Die mittelalterliche Wasserburg geht wohl bis in die fränkische Zeit zurück. Auf der Burg saßen einst die Herren von Hauenstein und die von Berg­heim. Die heutige Burg entstand Anfang des 13. Jahrhunderts zur Kontrolle der Straße. Im 13. Jahrhundert war die Burg als Lehen im Besitz der Herren von Hüttelngesäß und ging durch Erbschaften und Verkäu­fe in mehrere Hände über. Ursprünglich als Fluchtburg gegen Ungarnüberfälle angelegt, ging von Hüt­telngesäß später selbst Unfrieden aus.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war sie unter Ulrich von Bergheim ein gefürchtetes Raubritternest, weil man den Reisenden auf den Handelsstraßen Wegezoll abknöpfte. Den mächtigen Mainzer Erzbischof Johann II. im Rücken und im Bunde mit den Schelriss von Wasserlos - die wie Bergheim mehrere Burgen hatten - war er ein ernst zu nehmender Gegner. Wegen mehrerer Überfalle der Schelriss auf durchreisende Handelsleute veranlaßte König Rupprecht auf Druck der Stadt Frankfurt von der Pfalz einen Kriegszug gegen die Burgen. Die Burg wurde 1405 im Wetterauer Räuberkrieg zusam­men mit anderen Burgen von König Ruprecht von der Pfalz zer­stört und am 2. Februar 1405 von der Besatzung geräumt und dann vollkommen niedergebrannt.

Bergheim, - der zu dieser Zeit für den Erz­bischof andernorts im Gefecht stand - war den erhaltenen Dokumenten zufolge äu­ßerst aufgebracht. Er beklagte insbeson­dere den Raub des Geschmeides seiner Frau. Auf dem Reichstag zu Mainz war er es, der den Fehdebrief des Erzbischofs an König Ruprecht formulierte und gleich noch einen persönlichen Drohbrief hinzu­fügte. Um ein Haar wäre es ‑ möglicher­weise nicht zuletzt wegen Hüttelngesäß - zum Krieg gekommen.

Noch im 15. Jahrhundert müssen Aufbauarbeiten stattgefun­den haben, doch ist schon 1510 von einem verfallenen Schloß die Rede. Im Jahre 1510 kaufte der Graf von Hanau die damals schon verfallene Anlage und das wenige Schritte nördlich gelegene Hofgut. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts sind Burg und Hof dem Gut Trages ange­gliedert und befinden sich seit dieser Zeit im Besitz der Familie von Savigny.

Zu sehen sind noch außer den Gräben die unteren Wände eines Wohnturms, Reste eines Nebengebäudes und Teile der Umfassungsmauern. Im Gelände schwach sichtbar ist der Verlauf des verfüllten Wasser­grabens, der die stellenweise noch sichtbare, wohl ehemals recht­eckige Ummauerung der Kernburg umschließt. Darin steht die Ruine eines im Grundriß rechteckigen Wohnturmes mit Eingang im Untergeschoß und schmalen Schießscharten sowie Mauerreste eines unterkellerten Gebäudes. In einer Verkaufsur­kunde von 1510 (im Besitz des Fürstlich Ysenburgischen Archivs) ist von weiteren, heute oberirdisch nicht mehr sichtbaren Gebäu­den die Rede, nämlich Vieh‑ und Pferdeställen, Weinkelter, Back­haus, Hühnerhaus, zwei Scheuern und einer Kapelle.

Frei­willige Helfer aus den Geschichtsvereinen Freigericht, Alzenau und Brücken / Nie­der­steinbach befreiten den vier Meter ho­hen Rest des Kernbaus vom Bewuchs und stabilisierten brüchiges Mauerwerk. Der heutige Eigentümer von Ruine und benachbartem Forsthof, Dr. Michael von Savigny, begrüßt und fördert die Aktivitäten.

Für das Jahre 2002 Jahr ist die Instandsetzung der Reste eines zweiten Gebäudes geplant, das wahr­scheinlich einst als Pferdestall genutzt wurde. Fol­gen soll dann ein Vorhaben, das den Be­stand der Reste des Palas auf lange Sicht gewährleisten könnte. Ein Dach soll die meterdicken Mauern aus Glimmerschie­fer schützen. Der Plan ist, es auf vier Stützen zu stellen, um nicht den falschen Eindruck zu erwecken, es gehöre zur Ruine.

Einen guten Schritt weiter gekommen ist man inzwischen auch bei der Er­forschung von Art und Umfang der gesamten Befestigungsanlage. Da man die im Boden vermuteten Grundmauern weiterer Gebäude sowie den längst eingeebneten Wassergraben nebst Wall nicht freilegen konnte und wollte, wurden andere, „zerstörungsfreie“ wissenschaftliche Methoden angewandt.

Mit einer Vielzahl von Bohrungen und geomagnetischen Messungen analysierte man die Zu­sammensetzung des Untergrun­des bis in zwei Meter Tiefe. Es wurden 725 Bodenpro­ben im Labor untersucht. Der Kohlenstoffgehalt etwa war ein Kriterium für die Lokalisierung der ehemaligen Oberfläche. Der Phosphatgehalt ermög­lichte Aussagen über ehemalige Sied­lungs­flächen. Auch kleinste Holzkohle­stückchen, Mörtel‑ und Schlackereste, Ziegelfragmente und Tonscherben in den Bohrkernen waren Anhaltspunkte für die Forscher.

Sie konnten einige der in alten Urkun­den genannten Gebäude lokalisieren und darüber hinaus Belege für die Vermutung finden, daß Hüttelngesäß Standort einer Glasproduktion war. Dies allerdings eher durch Zufall als durch wissenschaftliche Akribie: Auf einem Lesesteinhaufen fand sich ein Stein aus weißem gebrannten Ton, das Bruchstück eines Schmelzhafens. Eine der Bohrungen gibt einen zusätzli­chen Anhaltspunkt. Sie förderte aus 73 bis 115 Zentimeter Tiefe Bruchstücke eines weißen Steins zutage, bei dem es sich um Schamotte oder gebrannten Ha­fenton handeln könnte. Die Forscher ver­muten, daß an dieser Stelle die Reste eines Schmelz­ofens liegen
Quelle https://www.peterheckert.de/ausflugszie ... -s%C3%BCd/
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